Coffee

Coffea spp.

Nach Erdöl ist Kaffee der am meisten gehandelte Rohstoff der Welt. Jeden Tag werden auf der Welt über 2,25 Milliarden Tassen Kaffee konsumiert. Brasilien, Vietnam, Kolumbien, Indonesien und Äthiopien sind die fünf größten Kaffeeproduzenten. Kaffee exportierende Länder verbrauchen fast 30 % der gesamten Produktion, der Rest wird von importierenden Ländern konsumiert. Es werden hauptsächlich zwei Coffea-Arten angebaut: C. arabica (oder Arabica-Kaffee) und C. canephora (Robusta-Kaffee). Arabica-Kaffee wird in Mittel- und Südamerika, Mittel- und Ostafrika, Süd- und Südostasien angebaut; Robusta in Brasilien, Westafrika, Madagaskar und Vietnam. Ungefähr 64 % des weltweit angebauten Kaffees ist Arabica. Andere Coffea-Arten werden in geringerem Umfang angebaut. Dazu gehörten C. Liberia, C. dewevrei und C. stenophylla. Kaffee ist eine wichtige Einkommensquelle für über 25 Millionen Familien weltweit. Aufgrund seines Werts spielt es eine wesentliche Rolle in den Wirtschaftssystemen mehrerer Länder.

C. arabica ist ein Hybrid aus C. canephora und C. eugenioides. Arabica-Kaffee ist in den feuchten Wäldern Südäthiopiens, Südsudans und wahrscheinlich Kenia zu Hause. Es ist eine verhältnismäßig junge Pflanze. Die ältesten Aufzeichnungen, die eine Nutzung bezeugen, sind 1500 Jahre alt. Kaffee gelangte wahrscheinlich im 6. Jahrhundert von Afrika in den Jemen. Marco Polo wird nachgesagt, Kaffee in den 1270ger Jahren von Mocha (Jemen) nach Venedig gebracht zu haben. Im Jahr 1616 begann eine Gruppe holländischer Gärtner im Botanischen Garten in Leiden in den Niederlanden mit dem Kaffeeanbau. Von hier aus gelangte die Pflanze nach Malabar (Indien) und Batavia (nun Indonesien). Im Jahr 1720 pflanzte ein Franzose eine einzige Kaffeepflanze in Martinique und verbreitete die Pflanze später auf den Westindischen Inseln, Zentral- und Südamerika und Sri Lanka.

C. canephora stammt aus den Wäldern der afrikanischen Tropen, wie z. B. von Kamerun bis Nordtansania. Der Anbau geht auf das Ende des 19. Jahrhunderts zurück und die Art wurde bisher noch keinem so starken genetischen Engpass ausgesetzt wie Arabica. Sie weist daher eine größere genetische Vielfalt auf und ist eine wichtige Quelle für Eigenschaften für die Zucht von sowohl Robusta- als auch Arabica-Kaffees.

Die weltweite Strategie zur Erhaltung der genetischen Ressourcen von Kaffee hat kürzlich 21.026 Kaffee-Akzessionen identifiziert, die sich in verschiedenen Sammlungen von Genbanken befinden. Fast 60 % der gemeldeten Akzessionen sind C. arabica, gefolgt von C. canephora (3 %) und den anderen Coffea-Arten (37 %). Afrikanische Genbanken haben ihre Bemühungen zur Erhaltung auf wilde Materialien konzentriert, während sich lateinamerikanische Genbanken auf Zuchtmaterialien konzentrieren. Genesys führt Informationen über die Kaffee-Akzessionen am Centro Agronómico Tropical de Investigación y Enseñanza (CATIE). Es ist das einzige Institut, welches Material hält, das gemäß Artikel 15 des Internationalen Vertrags über pflanzengenetische Ressourcen verfügbar ist.

Allgemeine Informationen

Größe der Genbank-Sammlungen

Sonstige akzeptierte Namen

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